Hass, Aquarell,  24 x 16 cm, 2013 Hass, Aquarell,  24 x 16 cm, 2013 Hass, Aquarell,  24 x 16 cm, 2013 Hass,  Aquarell, 16 x 24 cm, 2013 Hass,  Aquarell, 16 x 24 cm, 2013 Hass,  Aquarell, 16 x 24 cm, 2013 Hass,  Aquarell, 16 x 24 cm, 2013 Hass,  Aquarell, 16 x 24 cm, 2013 Hass,  Aquarell, 16 x 24 cm, 2013 Hass,  Aquarell, 16 x 24 cm, 2013 Hass,  Aquarell, 16 x 24 cm, 2013 Hass,  Aquarell, 16 x 16 cm, 2013 Kunstverein AK68, Wasserburg, 2012 Kunstverein AK68, Wasserburg, 2012 Kunstverein AK68, Wasserburg, 2012 Kunstverein Villa Streccius, Landau in der Pfalz, 2013 Kunstverein Villa Streccius, Landau in der Pfalz, 2013 Kunstverein Villa Streccius, Landau in der Pfalz, 2013


La Haine

Bei der Serie "La Haine" handelt es sich um großformatige, gemalte Filmstills und kleinformatige Aquarelle nach dem gleichnamigen Film "Hass" von Mathieu Kassovitz. In der Reihe gehängt wirken die Leinwandarbeiten in einer Ausstellung wie Fragmente eines fortlaufenden Filmstreifens, umgesetzt im maßstäblich verkleinerten Leinwandformat der Bildgröße 90 x 160 cm. Ergänzt werden sie durch die Aquarelle.

Gezeigt werden Darstellungen aus den Banlieues von Paris. Die Szenen könnten allerdings in jeder beliebigen Großstadt der Welt in der heutigen Zeit spielen: gängige, stadtsoziologische Motive dokumentieren die für große Städte typische Ghettobildung. Die Darstellungen sind zeitlos, obwohl die Filmvorlage eine Serie von Jugendkrawallen im Paris der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts thematisiert. Oft in der Rezeption als Realdokumentation missverstanden, handelt es sich im Film von Kassovitz bei den Protagonisten tatsächlich um Schauspieler, die 24 Stunden im Leben von vier jugendlichen Banlieue-Bewohnern meisterlich nachspielen. Das Genre des Dokumentarfilms wird imitiert. Der Rezipient nimmt die Fiktion ausgelöst durch seine Ängste und die medial gesteuerten Bilder im Kopf als real an. Bei der malerischen Umsetzung  werden Filmszenen verwendet, die sich auf die Gestik und Mimik der drei Hauptdarsteller (im Film Vince, Said und Hubert) konzentrieren. Es entstehen Bilder, die die codierte Körpersprache der „Ghettokids“ in den Vordergrund rücken und beim Betrachter Erinnerungen an klischeehafte Bilder auslösen, die er aus Zeitungen und Filmen kennt.

Der spanische Soziologe Manuel Castells spricht in einer seiner Abhandlungen über urbane Veränderungen davon, dass die Vorstellung des alten Paris von den öden Vorstädten überlagert wird. Er prophezeit schon 1983, dass in diesen Behausungen eine neue, harte Generation von Metropolbewohnern geformt werde. (Castells, M., 1983: „The City and the Grassroots. A Crosscultural Theory of Urban Social Movements.“)

Die modernen Großstädte sind im Wesentlichen zweigeteilt. In der Bilderserie „La Haine“ sind Phänomene der Gewalt und die Auflösung des Sozialen in den ghettoisierten Stadtteilen das zentrale Thema. Kassovitz hat in seinem Film nachträglich die Farbe weitestgehend eliminiert. In der malerischen Umsetzung wird ebenfalls auf starke Farbigkeit verzichtet, um die Brutalität und die Tristesse der Szenen zu verstärken. Inszeniert wird hier das hässliche Paris, die Vorstädte in ihrem grauen Alltag als realer Facette moderner Urbanität.

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