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Romy

Die Serie „Romy“ zeigt gemalte Filmstills aus Romy Schneider-Filmen der 70er und 80er Jahre. In der Reihe gehängt wirken die Bilder in einer Ausstellung wie Fragmente eines fortlaufenden Filmstreifens, umgesetzt im maßstäblich verkleinerten Kinoformat der Bildgröße 90 x 160 cm. Die filmspezifische Ausleuchtung der verwendeten Szenen erscheint in der malerischen Umsetzung beinahe surreal. Herausgelöst aus dem Filmkontext entstehen eigenständige Arbeiten mit deutlich sichtbarem Pinselduktus. Die Poesie der Filminszenierungen als Ursprung überträgt sich ebenso auf die bemalte Leinwand wie die Abgründigkeit der jeweiligen filmimmanenten Handlung der Filmvorlagen, die so typisch ist für die französischen Schneider-Filme.

Die Romy-Serie porträtiert nicht zum wiederholten Male einen Star, der von den Massenmedien schon unzählige Male durchleuchtet wurde. Es geht in den Arbeiten vielmehr um die Authentizität eines gemalten Bildes im Sinne Walter Benjamins, der ja in seinem Aufsatz „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ vom „Auratischen“ eines Originals spricht. Filmszenen, die zu großen Teilen im kollektiven Gedächtnis verankert sind, werden durch die Malerei in die bildende Kunst transferiert. Beim Betrachten der Bilder werden Assoziationen durch die Erinnerung an Bekanntes ausgelöst und verbinden sich mit der eigenen Interpretation der dargestellten Szene zu eigenständigen Werken.

Romy Schneider spukt in Deutschland meist immer noch als Kaiserin Sissi durch die Köpfe. Die Sissi-Filme in einer Reihe mit zahlreichen deutschen Filmen der 50er und 60er Jahre als Antwort auf die Zeit des Nationalsozialismus und die Nachkriegszeit: Heimatfilm und heile Welt als Kontrastprogramm zur harten Realität. Romy Schneider kämpfte zeitlebens gegen ihr „Sissi-Image“ an und gelangte in Frankreich mit Filmen wie „Das Mädchen und der Kommissar“, „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“, „Nachtblende“ oder „ Der Swimmingpool“ zu Weltruhm. Sie arbeitete mit namhaften Regisseuren wie Claude Sautet und Luchino Visconti zusammen und avancierte in den 70er Jahren als erfolgreichste französische Schauspielerin zur Grande Dame des französischen Films.

Der Kritiker Jean-Francois Josselin schreibt in einem Essay über Romy: „Das nette kleine Püppchen des bayerischen Films… (wird) … eine französische Schauspielerin, die berühmteste der Französinnen.“ Der Fotograf Giancarlo Botti sagt 1970 über Romy Schneider: „Sie ist eher größer geworden als älter. Schmaler im Gesicht, fast hohle Wangen. Tiefe Augen… Und sie ist gezeichnet von der Schönheit des Unglücks, diesem Hauch von Unverfrorenheit, der die Desillusionierten umweht, dem provozierenden Charme derer, die dich anschauen, ohne mit der Wimper zu zucken.“ Die Schicksalsschläge im realen Leben der Schauspielerin scheinen sich in ihren Filmen widerzuspiegeln, ihr Privatleben untrennbar mit ihrer künstlerischen Arbeit verbunden, Romy Schneider scheint sich oft gar selbst zu spielen. Josselin dazu: „… in den siebziger Jahren ist sie auf dem Höhepunkt ihres Ruhms. Damals beginnt auch der langsame, unaufhaltsame Weg in den Abgrund. Ihr Schicksal ist vorgezeichnet.“

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