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Megapolis
Eine Popup-Dokumentation aus dem Reich der Mitte

Shanghai ist eine Stadt, die sich in ständigem Wandel befindet, die am schnellsten wachsende Stadt der Welt. Täglich verändert sie ihr Gesicht.Der Bauboom in China, die rapide und rigide Umgestaltung von Städten, sowie architektonische Solitäre von international renommierten Architekten beherrschen die Diskussion in Fachkreisen und das Bild Chinas in den Medien. Letzte Inseln alter Architektur weichen monumentalen Bauarrangements. Die Megacity scheint nie zur Ruhe zur kommen. Grelle Neonlichter, chaotisch anmutender Verkehr, Hochstraßen, schillernde Skylines, Tempelstätten aus längst vergangenen Zeiten als Touristenattraktion.

In der Serie „Megapolis“ werden bei einer mehrwöchigen Shanghai-Reise entstandene Fotografie zeichnerisch umgesetzt und in Form von Pop-up-Darstellungen in die Dreidimensionalität überführt. Mehrere Schichten von Zeichnungen werden ausgeschnitten und in Objektkästen übereinandergelegt, so dass sich ein bühnenähnlicher Aufbau mit Durchblicken ergibt. Die Tusche als Zeichenmaterial schlägt eine Brücke zur Tradition der Tuschemalerei als klassisches künstlerisches Ausdrucksmittel in der chinesischen Kultur. Es entstehen fiktive Ansichten Shanghais auf der Grundlage realer Beobachtungen.

Die Zeichnungen führen den Betrachter mitten in den wuchernden Organismus Shanghai und ermöglichen private Einblicke in die letzten sozialen Biotope der Millionenstadt. Jenseits der glitzernden Fassaden von „Boomtown“ führt „Megapolis“ den Betrachter in die Garküchen und auf die Märkte der Stadtviertel, die den Bauplänen zum Opfer fallen werden. Die alten Gassenhäuser werden in wenigen Jahren ebenso verschwunden sein, wie die dort lebenden Straßenhändler. In den alten Vierteln findet Privates auf der Straße statt, ein Mittagsschlaf in der Öffentlichkeit ist ebenso alltäglich, wie Fitnesstraining im Park im Pyjama. „Megapolis“ ist eine zeichnerische Spurensicherung volkstümlicher Enklaven, umgeben von Hochstraßen und Wolkenkratzern.

Die mehrschichtigen Zeichnungen thematisieren das chinesische Verständnis von Wandel und Zeit; Altes muss weichen, um Platz zu schaffen für Neues, aus Heimat wird Erinnerung. Die in westlichen Kulturen gebräuchliche Vorstellung vom „Bewahren“ des Alten steht in krassem Gegensatz zur chinesischen Auffassung von Veränderung und Neuerung. Zum Zeitpunkt einer Ausstellung von „Megapolis“ werden ganze Viertel, in denen die ursprünglichen Aufnahmen gemacht wurden und von denen die Zeichnungen erzählen, bereits nicht mehr existieren.

Präsentiert werden die Zeichnungen in Sichtkästen. Bei einer Präsentation der gesamten Serie (14 Teile) wird der „Titel“ „Megapolis“ in Neonleuchtschrift als Referenz auf das allgegenwärtige Neonlichtermeer in Shanghai in die Hängung integriert. Ausschnitte der Zeichnungen können stark vergrößert im Plotverfahren auf dem Schaufenster eines Ausstellungsraumes angebracht werden, wenn die Ausstellungssituation dies erlaubt.

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