Was am Ende bleibt. Ein Erinnerungsprojekt.

Das Projekt „Was am Ende bleibt", beschäftigt sich mit der Frage, was von einem Menschen nach seinem Tod bestehen bleibt. Ausgehend von alten Fotos und Gegenständen werden Geschichten erzählt, die sich mit der Erinnerung an die eigene Großmutter auseinandersetzen. Es ist eine Zeitreise in die Vergangenheit.


In unserem episodischen Gedächtnis sind Erinnerungen an Ereignisse aufgereiht, die für uns eine besondere Bedeutung haben. Diese Erinnerungen sind sehr individuell und entsprechen nicht unbedingt der Realität. Sie entspringen einer sehr persönlichen Wahrnehmung. Ein paar hundert Bilder formen unsere Identität. Identität ist nur möglich durch die Fähigkeit, sich zu erinnern. Erinnerungen sind eng verbunden mit Emotionen. Ein Geruch, ein Bild, ein Gegenstand, eine bestimmte Situation lösen Gefühle und Erinnerungen an Vergangenes aus. Die Vergangenheit ist dabei nicht festgelegt, die Wahrnehmung der Vergangenheit ist flexibel. Erinnerungen an dieselbe Person oder dasselbe Ereignis können sich im Laufe der Zeit verändern. Verschiedene Personen werden sich an eine Person auf unterschiedliche Weise erinnern.

 

Ausgelöst, aber auch bewahrt werden Erinnerungen durch Gegenstände, Erzählungen oder Fotos. In der Serie „Was am Ende bleibt" werden unter anderem Dinge, die mit dem vergangenen Leben der Großmutter in Verbindung stehen, gemalt, gezeichnet und in animierten Zeichnungen als bewegte Bilder umgesetzt. Die Geschichte dahinter erweckt den Gegenstand zum Leben, macht ihn zum Träger von Informationen: Fotos von zahllosen Kuchen, die die Großmutter der Künstlerin über Jahrzehnte hinweg gebacken und dokumentiert hat, das Porzellan für die Aussteuer der Kinder oder die letzten Gläser Marmelade, die die Großmutter noch eingekocht hat, bilden die Grundlage für die künstlerische Arbeit. Persönliche Erinnerungen werden in Form von Zeichnungen, Malerei und Installationen visualisiert.

 

Manche der dargestellten Erinnerungen kommen dem Betrachter vielleicht bekannt vor, er hat möglicherweise Ähnliches erlebt, gesehen oder gesammelt. Das kollektive Gedächtnis wird angesprochen. Zumindest im selben Kulturkreis existieren Erinnerungen, die viele Menschen aufgrund gemeinsamer Bezugspunkte in der Vergangenheit und der kulturellen Überlieferung gemeinsam haben.